Karrierewege mit dem Bachelor

Wenn es um die neuen, gestuften Studienabschlüsse Bachelor und Master geht, herrscht immer noch einige Verwirrung. Muss ich mich bereits bei der Auswahl des Bachelor-Studiengangs entscheiden, ob ich danach einen Master machen oder ins Berufsleben einsteigen will? Hier eine Orientierungshilfe.

Bild: Hamburg School of Business Administration (HSBA)


Studienanfänger können sich heute in fast allen Fächern nur noch in Bachelor-Studiengänge einschreiben. Dieser stellt den sog. ersten berufsqualifizierenden Abschluss da und dauert i.d.R. sechs oder sieben Semester. Pro Semester erarbeitet man sich durch das Belegen verschiedener Module (Vorlesungen, Seminare, Praktika, wissenschaftliche Arbeiten etc.) 30 credits oder Leistungspunkte (nach dem ECTS = European Credit Transfer Sytem), die sich aus dem „workload“, also der Zeit, die man für das jeweilige Modul samt Prüfung einsetzen muss, berechnen. Jeder credit (ECTS) entspricht dabei ca. 30 Stunden durchschnittlicher studentischer Arbeitszeit.

Am Ende eines 6-semestrigen Bachelors (Regelstudienzeit bei Vollzeitstudium) kommt man somit auf 180 ECTS, bei 7 Semestern entsprechend auf 210.

Mit diesem Abschluss hat man nun zwei Möglichkeiten: sich einen Job suchen und evtl. einige Jahre später noch einen Weiterbildungsmaster dranzuhängen oder direkt mit dem sog. konsekutiven Master weiter zu machen. Dieser kann dann auch an einer anderen Uni, in einem anderen Land oder einem anderen Fach sein. Je nachdem wie viele Punkte man aus seinem Bachelor-Studium bereits mitbringt, muss man sich einen drei- oder viersemestrigen Master aussuchen. Am Ende kommt man immer auf 300 ECTS für den Master.

Vergleiche mit den bisherigen Abschlüssen sind sehr schwierig, da viele Studiengänge inhaltlich und organisatorisch komplett verändert wurden. Ob es Sinn macht nach dem Bachelor direkt weiter zu studieren, muss individuell nach Studienfach, -leistung und Hochschulart entschieden werden.


Welche Abschlüsse gibt es?

Als ob ein mehrstufiges System an Abschlüssen (die dritte Stufe bildet dann die Promotion) nicht schon kompliziert genug wäre, gibt es nicht nur einen Bachelor. Die Unterschiede kann man folgender Übersicht entnehmen:

Fächergruppen
Abschlüsse / Titelbezeichnungen

Natur- und Ingenieurwissenschaften, je nach Ausrichtung auch BWL/VWL

Bachelor/Master of Science (B.Sc., M.Sc.)

Anwendungsorientierte Studiengänge der Ingenieurwissenschaften

Bachelor/Master of Engineering (B.Eng., M.Eng.)

Geistes- und Sozialwissenschaften

Bachelor/Master of Arts (B.A., M.A.)

Sonderbezeichnungen einiger Fächer

z.B. Bachelor/Master of Laws (LL.B, LL.M)

Weiterbildungsmaster / Nicht-konsekutive Master

Nicht vorgeschrieben: Zahlreiche spezialisierte Titelbezeichnungen (MBA, Professional oder Executive Master)



Welcher Studiengang am Ende welchen Titel vergibt, wird während der sog. Akkreditierung festgelegt. Bestimmte autorisierte Akkreditierungsgesellschaften prüfen dabei die Qualität der Studiengänge. Nur akkreditierte Studiengänge sind staatlich anerkannt.

Weitere Informationen zur Studienreform findet man bspw. bei der Hochschulrektorenkonferenz.

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