Logistik Lernen Hamburg

Weiterbildungsabschlüsse, die zählen

Wer in der Logistik tätig ist, muss ständig dazu lernen. Und wer beruflich aufsteigen möchte, sollte bei der Wahl eines Lehrgangs genau hinsehen. Denn Abschluss ist nicht gleich Abschluss. Manche sind rechtlich geregelt und anerkannt, andere nicht. Ein kurzer Überblick.

Weiterbildungsabschlüsse, die zählen
Weiterbildungsabschlüsse, die zählen

Weiterbildungsabschlüsse sind nicht nur Nachweise, bestimmte Bildungsziele erfolgreich erreicht zu haben. Sie sind auch die einzige Möglichkeit, neue Qualifikationen gegenüber Personalverantwortlichen zu belegen. Doch Abschluss ist nicht gleich Abschluss, und manch Zertifikat ist nicht einmal das Papier wert, auf dem es steht. Wer sich weiterbilden möchte, sollte deshalb wissen, was es mit der "Zertifizitis" auf sich hat.

Um besser beurteilen zu können, welchen Wert bestimmte Abschlüsse und Zertifikate haben, hilft erst einmal ein Blick auf die Struktur der beruflichen Weiterbildung in Deutschland. Die Weiterbildung umfasst grundsätzlich die Bereiche berufliche Weiterbildung und berufliche Umschulung.

Berufliche Fortbildung

Bei der beruflichen Fortbildung unterscheidet man zwischen der so genannten Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung.

Aufstiegsfortbildung

Eine Aufstiegsfortbildung dient dazu, durch Erweiterung der eigenen Kompetenzen neue und zusätzliche Tätigkeiten, mehr Verantwortung und einen größeren Verantwortungsbereich zu übernehmen. In der Regel setzt eine Aufstiegsweiterbildung eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine einschlägige, meist mehrjährige Berufserfahrung voraus. Sie ist häufig durch Regelungen des Bundes (Berufsbildungsgesetz), der Länder (z.B. Fachschulverordnungen) und der Kammern (Prüfungsverordnungen) festgelegt. Kurz: viele Abschlüsse, die im Rahmen einer beruflichen Aufstiegsweiterbildung erworben werden, sind staatlich anerkannt. Auch Abschlüsse der Hochschulen sind staatlich anerkannt.

Nicht staatlich anerkannt, aber in der Wirtschaft oder jeweiligen Branche anerkannt und mit einem positiven Image besetzt, sind Aufstiegsweiterbildungen z.B. der Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie (VWA), Managementakademien in der Logistik oder der European Logistics Association (ELA).

In der Ausgestaltung ihrer Angebote orientieren sie sich an den branchenbezogenen Erfordernissen und sind zunächst an keine staatlichen oder gesetzlichen Vorgaben gebunden. Prüfungen können sie instituts- und akademieintern so gestalten, wie sie möchten. Sie können Abschlüsse und Zertifikate vergeben und sind in der Bezeichnung der Abschlüsse frei. Die vergebenen Abschlüsse und Zertifikate sind staatlich nicht anerkannt; für die Branche indes haben sie einen zum Teil sehr hohen Wert und begründen oftmals branchenbezogene Karrierewege.

Staatlich anerkannte Abschlüsse, z.B. auf der Fachwirte- oder Betriebswirte-Ebene, können in der Regel ohne vorgeschalteten Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme durch eine Prüfung erworben werden. In den meisten Fällen jedoch haben die Prüfungsteilnehmer an einem Lehrgang teilgenommen, der Wissen und Kenntnisse vermittelt, die für den Prüfungserfolg relevant sind. Diese Vorbereitungslehrgänge werden von Industrie- und Handelskammern, von Handwerkskammern, von branchenbezogenen Akademien und Instituten und freien Bildungsträgern angeboten und durchgeführt.

Anpassungsfortbildung

Eine Anpassungsfortbildung ist immer dann nötig, wenn man zum Beispiel wichtige Zusatzqualifikationen braucht, damit man seine Tätigkeit oder den bisherigen Beruf weiter oder besser ausüben kann. Diese Qualifikationen werden gezielt vermittelt durch Lehrgänge, Kurse oder Trainings. Hierzu gehören beispielsweise alle in der Logistik gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtschulungen wie

  • Schulungen nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz (BKrFQG)
  • Schulungen nach den Gefahrgutvorschriften
  • Schulungen nach den Entsorgungsvorschriften
  • Schulungen zum Erwerb einer Fahrerlaubnis von Flurförderzeugen (z.B. Stapler) nach den Unfallverhütungsvorschriften/VDI-Richtlinien

Diese Pflichtschulungen werden von anerkannten privaten Bildungsträgern angeboten. Für die Teilnahme erhält man ein Zertifikat, das den Nachweis der Pflichtqualifizierung bestätigt.

Anerkannte und geregelte Anpassungsweiterbildungen werden auch von den Industrie- und Handelskammern (IHK) angeboten. Daneben gibt es eine Vielzahl von privaten Instituten, branchenorientierten und verbandseigenen Akademien sowie unternehmenseigene Aus- und Weiterbildungsstätten, die in der Anpassungsweiterbildung tätig sind.

Berufliche Umschulung

Abschlüsse, die im Rahmen einer beruflichen Umschulung erworben werden, sind grundsätzlich anerkannt. Denn die berufliche Umschulung ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Umschulungen führen zu einem anerkannten Berufsabschluss im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBIG).

Dennoch sollten Umschüler darauf achten, welche Umschulungsform sie wählen. Hier gilt: Je praxisorientierter desto besser. Vorrang vor einer überbetrieblichen Umschulung sollte die betriebliche Umschulung haben. Viele Logistikunternehmen übernehmen Umschüler, die in einem anerkannten Ausbildungsberuf neue Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben. Hierzu arbeiten sie bei der Personalauswahl und der Durchführung von speziellen Umschulungsmaßnahmen eng mit den örtlichen Arbeitsagenturen zusammen.

(Quelle: www.berufswelt-logistik.de / KIBO Kommunikation, Bremen)