Logistik Lernen Hamburg

Mit dem dualen Logistikstudium auf der Überholspur

Betriebliche Ausbildung oder Hochschulstudium? Warum nicht beides miteinander verbinden. Das so genannte duale Studium macht´s möglich. Wie das beliebte Ausbildungskonzept funktioniert und was man darüber sonst noch wissen muss.

Mit dem dualen Logistikstudium auf der Überholspur
Mit dem dualen Logistikstudium auf der Überholspur

Was ist ein duales Studium?

Die Grundidee des dualen Studiums ist schnell erklärt: Ein Studium wird mit Praxisphasen in Unternehmen kombiniert. Wer »dual« studiert, schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe: Am Lernort »Betrieb« wird umfassend Praxiserfahrung in der Logistik gesammelt und am Lernort »Hochschule« parallel Theorie gebüffelt. Man ist also gleichzeitig Mitarbeiter und Student. Deswegen spricht man auch vom "dualen Studium".

Welche Hochschulen bieten duale Logistikstudiengänge an?

In der Metropolregion Hamburg kann man an drei Hochschulen "dual" studieren: der HSBA, der Nordakademie Elmshorn und der Hamburger Fern-Hochschule. Zudem gibt es die Möglichkeit seine Ausbildung mit einem Fernstudium zu kombinieren

Welche Formen des dualen Studiums gibt es?

Unterscheiden lassen sich grundsätzlich ausbildungs- und praxisintegrierende Studiengänge. Je nach Studienmodell variieren Art, Organisation und Umfang der betrieblichen Ausbildungsanteile.

1. Ausbildungsintegrierende Studiengänge

Ausbildungsintegrierende Studiengänge ermöglichen neben dem Bachelorabschluss einen Ausbildungsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, z.B. als Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistung. Im Verlauf des Studiums wird eine reguläre Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Zugangsvoraussetzung für dieses Studienmodell: Man muss einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen in der Tasche haben. Ausbildungsbetriebe sind Speditionen, Logistikdienstleister oder Industrie- und Handelsunternehmen.. Je nach Modell ist parallel der Besuch der berufsbildenden Schule vorgesehenstatt oder es wird im Rahmen der Hochschulausbildung auf die Prüfung vorbereitet.

2. Praxisintegrierende Studiengänge

Wer keine formale betriebliche Ausbildung absolvieren, aber trotzdem mit einem Bein in der Praxis stehen möchte, kann sich auch für ein praxisintegrierendes duales Studium entscheiden. Auch nach diesem Ausbildungsmodell braucht man als Interessent ein Unternehmen, das das duale Studium unterstützt. Hat man ein Ausbildungsunternehmen gefunden, wird ein Ausbildungsvertrag geschlossen. Damit Studien- und Praxisinhalte sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, besteht außerdem zwischen Hochschule und Praxisunternehmen ein Vertrag über eine Ausbildungskooperation. Bei diesem Modell wechslen sich dann Theorie- und Praxisphasen ab. „Semesterferien“ gibt es keine.

Wo bewerbe ich mich um einen Ausbildungs-/Studienplatz?

Das Bewerbungsverfahren läuft so: Als Interessent bewirbt man sich bei einem Unternehmen auf einen Ausbildungsplatz, den dieses in Verbindung mit einem Studium anbietet. Bekommt man den Ausbildungsplatz, ist man automatisch als Student eingeschrieben.

Welchen Schulabschluss braucht man für ein duales Studium?

Zugangsvoraussetzung für ein duales Studium ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur), manchmal reicht auch die Fachhochschulreife (z.B. Abschluss Fachoberschule, Höhere Handelsschule).

Wie finde ich einen Ausbildungsbetrieb?

Es ist gar nicht so einfach, eine Firma zu finden, die entsprechende Praxisplätze für die Ausbildung anbietet. Bei der Suche ist also viel Eigeninitiative gefragt. Hier einige Tipps, wie man ein Partnerunternehmen findet.

1. Studiengangseiten durchforsten

Als erstes sollten Sie die Internetseiten der Hochschulen durchforsten, die ein duales Logistikstudium anbieten. Auf den Studiengangseiten findet man in der Regel Listen mit kooperierenden Partnerfirmen. Häufig sind in diesen Firmenlisten auch die Ansprechpartner mit Telefon-Nr. und E-Mail-Adresse genannt. Hat man ein Unternehmen ins Auge gefasst, bei dem man gerne arbeiten möchte, sollte man sich am besten direkt informieren, ob es noch freie Ausbildungs- bzw. Praktikantenplätze gibt. Wenn ja, heißt es Tempo und ab mit der Bewerbung in den Briefkasten. Denn Bummeln ist bei der Bewerbung nicht angesagt. Auch andere Interessenten verlassen sich auf diese Quelle. Die Konkurrenz ist groß und hart.

2. Karriereseiten der Unternehmen

Aktuelle Ausbildungsplätze findet man natürlich auch auf den Karriereseiten der Firmen im Internet. Aber auch Praktikumsplätze können mitunter in einen Praxisplatz für ein duales Logistikstudium umgewandelt werden.

Doch was macht man, wenn die Firma das duale Studienmodell gar nicht kennt? In diesen Fällen können schlagkräftige Argumente helfen, welche Vorteile sich aus einer Zusammenarbeit mit einer Hochschule ergeben. Mit diesen Argumenten kann man potenzielle Ausbildungsbetriebe überzeugen:

  • Als Unternehmen sucht man sich den Studierenden selbst aus. Wer geeignet ist, entscheidet allein der Personalchef.
  • Die Zugangsvoraussetzung Abitur oder Fachhochschulreife sichert eine anforderungsgerechte Ausbildung (ein schlagkräftiges Argument, da viele Firmen über eine mangelnde Qualität der Bewerbungen klagen).
  • Als Studierender arbeitet man von Anfang an im Betrieb mit und lernt das erworbene theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden, oder umgekehrt, praktische Erfahrungen in das Studium einzubringen.
  • Die im dreimonatigen Rhythmus wechselnden Theorie- und Praxisphasen sind problemlos in den Betriebsablauf zu integrieren. Die Theorie- und Praxisblöcke sind inhaltlich aufeinander abgestimmt und bauen aufeinander auf. So wird ein hoher Lernerfolg garantiert.
  • Die Praxisnähe des Studiums gewährleisten Dozenten, die zum Teil aus der Praxis kommen oder umfassende Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt haben.
  • Als Studierender identifiziert man sich mit seiner Ausbildungsfirma und ist hochmotiviert. Sollen Studierende später übernommen werden, müssen sie nicht mehr eingearbeitet werden. Sie kennen die betrieblichen Strukturen und Abläufe und sind von Beginn an voll einsetzbar.

3. Jobbörsen und Karrieremessen

Eine andere gute Möglichkeit, direkt mit Firmenvertretern Kontakt aufzunehmen, sind regionale Jobbörsen und Karrieremessen. In Hamburg gibt es jährlich Mitte April zum "Tag der Logistik" eine spezielle Jobbörse für die Logistik. Hinweise zu aktuellen Terminen finden Sie regelmäßig auf dieser Seite.

4. Arbeitsagenturen und Lehrstellenbörsen

Hat man noch nicht genügend Firmenadressen gesammelt, kann sich auch der Weg zur Ausbildungsberatung der Hamburger Arbeitsagentur oder zum Berufsinformationszentrum (BIZ) lohnen. Auch die Handelskammer Hamburg veröffentlicht im Internet in Ihrer Lehrstellenbörse freie Ausbildungsplätze.

Abschließender Tipp:

Die Nachfrage nach dualen Studienplätzen ist immer noch größer als das Angebot. Man tut also gut daran, sich sorgfältig auf eine Bewerbung vorzubereiten. Denn viele Firmen wollen ja nicht nur irgendeinen befristeten Ausbildungs- oder Praktikantenvertrag abschließen. Sie suchen Mitarbeiter, die lang- oder zumindest mittelfristig bei ihnen arbeiten werden.

(Quelle. www.berufswelt-logistik.de / KIBO Kommunikation, Bremen)